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HF-Technologie weltweit 1962-2003

1962 wird das erste Verkaufsbüro in Köln eröffnet, es folgen weitere in München, Hamburg, Krefeld, Hannover, Frankfurt und Nürnberg.

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Helmut Erbe (*1928)

Helmut Erbe tritt 1945 als Lehrling in den Familienbetrieb ein. Sein Vater Otto engagiert sich in der Nachkriegszeit neben der Unternehmensführung ehrenamtlich in der Politik und im demokratischen Wiederaufbau des Landes. Helmut Erbe wird früh eingebunden in die Verantwortung für die Firma.

Als er 1962 die alleinige Leitung übernimmt, setzt er den Schwerpunkt auf Entwicklung und Produktion in der Elektromedizin – und auf den Aufbau eines deutschlandweiten und dann internationalen Vertriebsnetzes. 1962 wird das erste Verkaufsbüro in Köln eröffnet, es folgen weitere in München, Hamburg, Krefeld, Hannover, Frankfurt und Nürnberg.

1968 entsteht das erste Auslands-Tochterunternehmen in Wien. In der Ära von Helmut Erbe kommen sechs weitere Auslandstöchter hinzu: Frankreich, Schweiz, Niederlande, Georgia (USA), Polen und Großbritannien. Mit dem internationalen Erfolg wächst der Raumbedarf: 1985 erfolgt der große Schritt ins Gewerbegebiet am Stadtrand: Erbe errichtet die heutige Firmenzentrale in der Waldhörnlestraße im Tübinger Stadtteil Derendingen.

Unter seiner Leitung setzt das mittelständische Unternehmen mit seinen Innovationen international Maßstäbe. Die enge, weltweite Zusammenarbeit mit Kliniken, Universitäten und Hochschulen sichert den Marktvorsprung. Erbe bestimmt den Takt mit bei den rasanten Entwicklungen in Operationssälen und Arztpraxen.

1996 bindet Helmut Erbe mit seinem Sohn Christian Otto Erbe und seinem Schwiegersohn Reiner Thede die fünfte Generation in die Geschäftsleitung ein. Als der „Senior“ sich 2003 endgültig aus der Führung des Unternehmens zurückzieht, ist er fast sechs Jahrzehnte im Betrieb aktiv und hat eine solide Basis für die Zukunft des Familienbetriebs geschaffen.

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Von 1954 an produziert Erbe den Erbotom Multiplex, ein Hochfrequenz-Chirurgiegerät, das zwei Generatoren kombiniert universell in allen medizinischen Fachbereichen eingesetzt werden kann. Ständig weiterentwickelt bleibt der Erbotom Multiplex unter der Unternehmensleitung von Helmut Erbe jahrzehntelang ein Top-Modell.

Professor Tomas Maldonado und eine Projektgruppe an der Ulmer Hochschule für Gestaltung entwickeln 1961/62 in einem wegweisenden Projekt ein komplett neues, unverwechselbares „Gesicht“ für die Erbe-Geräte. Lange bevor „Corporate Design“ als Begriff in der Industrie angekommen ist, komponieren die Ulmer Designexperten ergonomisch gebaute Gehäuse mit bedienungsfreundlichen Schaltern und Piktogrammen und entwerfen ein neues Logo.

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Anfang der 1980er Jahre ist in der Elektromedizin die Ära der Röhrengeräte endgültig vorbei. Die Geräte werden mit leistungsstarken Transistoren gebaut. Eines der ersten Geräte der erfolgreichen T-Serie ist der Erbotom T 400 C mit 400 Watt. 1985 konstruiert Erbe als erster Hersteller weltweit ein sich selbst regelndes Hochfrequenz-Chirurgiegerät, den Erbotom TUR. Seine Entwicklung basiert auf Mikroprozessor-Technologie und einem neuen Generatortyp und gehört zu den Meilensteinen in der Firmengeschichte. Er wird für die operative Entfernung von Teilen der Prostata über die Harnröhre eingesetzt.

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Schneiden und Koagulieren, automatisch geregelt durch Mikroprozessoren – auf der Basis dieser Technik entwickelt Erbe 1992 die ICC-Serie: „Intelligent Cut and Coagulation“ steht für ein geregeltes Hochfrequenz-Schneideverfahren, mit dem das Unternehmen international führend wird in der Technologie für Hochfrequenz-Chirurgie. Durch die Überwachung verschiedener Werte während einer endoskopischen Operation garantieren die ICC-Geräte der Ärztin oder dem Arzt optimale Schnitte und einen kontrollierten Verlauf der Blutstillung bei minimaler Gewebezerstörung. Mit mehr als 80.000 installierten Einheiten wird die ICC-Serie die bislang erfolgreichste HF-Generatorenfamilie, die bei Erbe produziert wurde.

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1995 entwickelt Erbe in Zusammenarbeit mit dem Chirurgen Professor Karl-Ernst Grund vom Universitätsklinikum Tübingen die erste flexible Sonde für die Anwendung der Argon-Plasma-Coagulation (APC) in der endoskopischen Chirurgie. Mehrere Jahre später, unter der Entwicklungsleitung von Martin Hagg, wird in die APC-Sonde ein Membranfilter integriert, der den möglichen Rückfluss von Blut oder Sekret und damit die Verschmutzung der Sonde verhindert. Der Filter ist wie das Anschlusskabel fest in die APC-Sonde integriert. Die Argonplasma-Coagulation eignet sich vor allem zur oberflächigen Blutstillung und zur Devitalisierung von Gewebe. Der Strom wird dabei ohne direkten Gewebekontakt durch einen ionisierten Argongas-Strahl auf das Gewebe geleitet. Das Verfahren ist geeignet für die Stillung von Blutungen nach Verletzungen, nach Biopsien oder bei bestimmten Tumoren.